Kann man seine Lippen zu stark peelen?

Glatte, schuppenfreie Lippen sind ein Trend, besonders wenn Sie kräftige Lippenfarben mögen oder einfach diesen natürlichen, weichen Look wünschen. Aber es ist ein schmaler Grat zwischen dem Entfernen von abgestorbener Haut und dem Schädigen Ihrer Lippen. Und ja, man kann es durchaus übertreiben.

Was Sie über Lippenhaut wissen müssen
Ihre Lippen sind nicht wie der Rest Ihrer Haut. Sie haben weder Talgdrüsen noch Haarfollikel, und die Haut ist extrem dünn. Deshalb neigen sie viel schneller zum Austrocknen, Einreißen und zu Reizungen als Ihre Wangen oder Ihre Stirn.

Zudem fehlt den Lippen Melanin, weshalb sie empfindlicher gegenüber Sonnenschäden sind, und sie verfügen nicht über dieselben Systeme zur Erhaltung der natürlichen Feuchtigkeit wie andere Partien Ihres Gesichts. Das bedeutet, Sie müssen sie besonders pfleglich behandeln, vor allem beim Peelen.

Warum ein übermäßiges Peeling ein Problem ist
Zu häufige Verwendung von Lippenpeelings kann Mikrorisse in der Haut verursachen. Diese winzigen Verletzungen wirken anfangs vielleicht harmlos, summieren sich aber. Es kann sogar zu Hyperpigmentierung oder vorzeitigen Fältchen um den Mund herum kommen. Zu häufiges Peelen entzieht Ihren Lippen Feuchtigkeit und löst einen Teufelskreis aus: trockene Lippen → erneutes Peeling → noch trockenere Lippen.

Das kann passieren, wenn Sie es übertreiben:
Rötungen und Schwellungen
Anhaltende Schuppenbildung
Risse oder Blutungen
Empfindlichkeit gegenüber Lippenstiften, scharfen Speisen oder sogar Zahnpasta
Langfristige Schädigung der Hautbarriere

Es geht nicht nur darum, wie oft Sie peelen, sondern wie Sie es tun. Manche Lippenpeelings sind einfach zu grobkörnig. Besonders selbstgemachte Varianten mit großen Zuckerkristallen oder Kaffeesatz können für die bereits empfindliche Lippenhaut zu hart sein.

Wie oft ist also zu oft?
Für die meisten Menschen ist ein- bis zweimal pro Woche ideal. Wenn Ihre Lippen jedoch bereits gereizt sind oder schuppen, setzen Sie komplett aus, bis sie sich wieder normalisiert haben.

Auch das Wetter spielt eine Rolle. Im Winter brauchen Ihre Lippen vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit, während in feuchteren Monaten ein Peeling möglicherweise gar nicht nötig ist.

So peelen Sie Ihre Lippen richtig
Sie müssen kein Lippenpeeling verwenden. Ein feuchter, weicher Waschlappen reicht völlig aus. Reiben Sie sanft in kreisenden Bewegungen, spülen Sie nach und verwenden Sie anschließend einen pflegenden Lippenbalsam. Wenn Sie ein Peeling verwenden, wählen Sie etwas Sanftes und Natürliches – eine Mischung aus Zucker und Honig ist sicherer als alles, was zu abrasiv wirkt.

Nach dem Peeling sind Ihre Lippen empfindlich. Sorgen Sie sofort für Feuchtigkeit mit einem Clean-Beauty-Produkt auf Basis von Sheabutter, Lanolin oder einem mit Jojobaöl angereicherten Balsam.

Und vergessen Sie den Sonnenschutz nicht. Frisch gepeelte Lippen sind wie frische Haut nach einem Peeling – extrem empfindlich. Ein Lippenbalsam mit LSF 15+ (ohne Menthol oder unnötige Duftstoffe) ist ein absolutes Muss.

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